Zukünftige Regulierung des Modellflugs


Die von der EASA publizierten Vorschläge zur Unterstellung des Modellfluges unter die geplante Regulierung für unbemannte Flugobjekte führt aktuell zu Verunsicherung unter Modellfliegern.

Auf dieser Seite modellflug.ch/Regulierung erfahren Sie die aktuellen Fakten welche uns Modellflieger zum Thema Regulierung brennend interessieren.

Der aktuelle Stand 

 
Die seit Oktober 2016 von der europäischen Flugsicherheitsorganisation EASA publizierten Vorschläge zur Unterstellung des Modellfluges unter die geplante Regulierung für unbemannte Flugobjekte (UA’s, Drohnen) haben zu sehr zahlreichen klar ablehnenden Reaktionen der europäischen Modellflugorganisationen geführt. Der SMV hat dazu mehrfach koordinierende, meinungsbildende Beiträge geleistet.

Aktuell ist der Stand der Dinge auf EU-Ebene so, dass es den Modellflugvertretern zwar gelungen ist einige der für den Modellflug nachteiligen Inhalte des ursprünglichen EASA Vorschlages abzuschwächen, dass aber auch im aktuellen Entwurf  immer noch Restriktionen vorgeschlagen werden welche der SMV klar ablehnt.

Der AeCS und der SMV haben am 08. Juli 2017 entsprechende Gegenvorschläge erarbeitet welche der EASA fristgerecht eingereicht werden.

Ebenfalls unterstützt der SMV einen wesentlich simpleren Gegenvorschlag welcher von BAZL und einer Mehrheit der EU Mitgliedsstaaten und namhaften Experten erarbeitet wurde.

Die EASA Regeln und die Konsequenzen einfach erklärt

 
Grundsätzlich werden alle unbemannten Flugobjekte in Klassen eingeteilt. In Abhängigkeit des eingesetzten Modellflugzeugs lässt sich dieses einer dieser definierten Klassen zuordnen. Je nach Klasse gibt es Einschränkungen wie Mindestalter, Höhenbeschränkungen, Registrierungsplicht, Kenntnisnachweise oder gar die Pflicht für Elektronische Identifikation oder Geofencing.

Den Modellflug innerhalb dieser Klassen zu betreiben ist zwar möglich, jedoch komplex und einschränkend. Dieser Tatsache hat die EASA inzwischen wie folgt Rechnung getragen:

Innerhalb von autorisierten Modellflugorganisationen oder speziellen Zonen kann der Modellflug weiterhin, wie bisher in der Schweiz, relativ uneingeschränkt ausgeübt werden. (NPA Artikel 14 und 12 vereinfacht ausgedrückt)

Wer also innerhalb seines Modellflugvereins fliegt wird durch die neue Regulierung nicht wesentlich eingeschränkt. Unorganisiert und spontan an einem Hang oder einer Wiese zu fliegen ist problematisch, falls das Modell die Anforderungen seiner Klasse nicht erfüllt.

Wer nun genau eine autorisierte Modellflugorganisation ist und wie die speziellen Zonen definiert werden (z.B. Hangfluggelände) unterliegt in der Schweiz dem BAZL welches sich mit dem Schweizerischen Modellflugverband für eine pragmatische Lösung ausgesprochen hat.

Ausblick

 
Auf Grund der bestehenden nationalen und internationalen Erfahrungen mit dem sicheren Betrieb von Drohnen und Modellflugzeugen besteht nach Ansicht des BAZL keine Notwendigkeit, die von der EASA vorgeschlagenen restriktiven Regeln einzuführen. Eine Mehrheit der EU Mitgliedstaaten sowie Vertreter der Europäischen Kommission und namhafte Experten unterstützen wie das BAZL einen wesentlich simpleren Gegenvorschlag auf technischer Ebene. Sollte sich die EASA mit ihrem Vorschlag dennoch bei der EU-Kommission durchsetzen, wird das BAZL zusammen mit dem Modellflugverband eine pragmatische Lösung für die Schweiz erarbeiten.

Haltung des BAZL zur EASA NPA 2017-05(A) "Regulierung von Drohnen"


Fortlaufende Massnahmen

 

Der Vorstand des SMV analysiert laufend die aktuelle Situation und arbeitet an folgenden Massnahmen

  • SMV-Delegierte sind in den laufenden Meinungsbildungsprozess innerhalb der europäischen Modellflugorganisationen eingebunden. Der SMV ist Gründungsmitglied in der vor Kurzem gegründeten Organisation zur regulatorischen Interessenvertretung der Modellflieger in Europa, der European Model Flying Union EMFU. Der SMV ist in der EMFU durch den Leiter der AG Drohnen im SMV, Markus Dormann, als Delegierter im Vorstand vertreten.

  • In der Schweiz führen der SMV und der AeCS, vertreten durch den EAS Programme Manager René Meier, zu diesem Thema laufende Gespräche, dies auch unter Einbezug des BAZL und von skyguide. Resultierende Argumente werden unmittelbar zur Kenntnis der Expertengruppe gebracht.
  • Der SMV initiiert und unterstützt gleichlautende Vernehmlassungen ausländischer Modellflugorganisationen und des internationalen Dachverbandes FAI. 


Häufig gestellte Fragen

 
Im Zusammenhang mit der Übernahme des europäischen Rechtes via den gemischten Ausschuss CH-EU besteht die Möglichkeit, via einer Derogation oder Exemption gemäss Basic Regulation 216/2008 Artikel 14 Flexibilitäsbestimmungen, europopäisches Recht nicht zwingend übernehmen zu müssen. Allerdings sind die Anforderungen an eine Derogation/Exemption extrem anspruchsvoll und werden aus dem Erhalt der Sicherheit getrieben. Aus politischer Sicht ist das Verhindern der Übernahme dieser Regelung in der Schweiz schwierig.



Dokumente aus diesem Bereich


Dokumente zum Thema Drohnen vom Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL
Frühere Positionspapiere Drohnen


News aus diesem Bereich

   


Haltung des BAZL zur EASA NPA "Regulierung von Drohnen"


Das BAZL ist zusammen mit dem AeCS und dem Modellflugverband für eine pragmatische Lösung in der Schweiz.

Video: "Regeln für den Gebrauch von Drohnen"


Ein neues Informationsvideo des BAZL über die Regeln für den Gebrauch von Drohen ist online.

Rechtliche Aspekte zum Thema Drohnen


Eine ausführliche Abhandlung von Markus Dormann, Leiter Arbeitsgruppe Drohnen

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