Zukünftige Regulierung des Modellflugs


Die Europäische Union arbeitet seit Oktober 2016 an einer Regulierung für Drohnen.
Diese Regeln zielen darauf ab, den Markt für Drohnen in Europa zu fördern und deren sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Durch unsere bilateralen Abkommen mit der EU wird diese Regulierung auch in der Schweiz Anwendung finden. Der jüngste Entwurf wurde am 4. Mai 2017 veröffentlicht. Der AeCS/SMV hat per 15. September bei der EU seine Kommentare (Gegenvorschlag) eingereicht.

Auf dieser Seite modellflug.ch/Regulierung erfahren Sie die aktuellen Fakten welche uns Modellflieger zum Thema Regulierung brennend interessieren.

Was der EASA Entwurf vorsieht

 
Unter den EASA Entwurf fallen grundsätzlich alle unbemannten Luftfahrzeuge, also auch der Modellflug. 

Grundsätzlich werden alle unbemannten Flugobjekte in Klassen eingeteilt. In Abhängigkeit des eingesetzten Modellflugzeugs lässt sich dieses einer dieser definierten Klassen zuordnen. Innerhalb dieser Klassen gibt es unterschiedliche Einschränkungen wie:

  • Generelle Höhenbeschränkung von 120 Metern für alle unlizenzierten unbemannten Luftfahrzeuge und Einschränkungen in der nähe von Menschenansammlungen und Drittpersonen
  • Registrierungspflicht für Piloten und ihre Flugzeuge
  • Altersbeschränkungen und Überwachungsplicht für Junioren 
  • Ausbildung und Kenntnisnachweis 
Für Modellflugpiloten gibt es drei Ausnahmen um ihr Hobby ausserhalb dieser Einschränkungen zu betreiben: 

1) Fliegen innerhalb einer autorisierten Modellflugorganisation
2) Fliegen in speziell definierten Zonen
3) In einer offenen Klasse für selbstgebaute Modellflugzeuge mit weniger als 25kg Gewicht. 

Die genaue Anwendung dieser Ausnahmen ist weitgehend den Mitgliedstaten überlassen. Wer also nun genau eine autorisierte Modellflugorganisation ist und wie die speziellen Zonen definiert werden (z.B. Hangfluggelände) unterliegt in der Schweiz dem BAZL welches sich mit dem Schweizerischen Modellflugverband für eine pragmatische Lösung ausgesprochen hat.


WAS WIR WOLLEN: Der eingereichte Gegenvorschlag AeCS/SMV

 
Wir Schweizerische Modellflugverband und der Aero Club der Schweiz haben gemeinsam einen Gegenentwurf mit konkreten Vorschlägen eingereicht, um obige Einschränkungen zu vermeiden und unseren Sport und Hobby weiterhin in einer sicheren und verantwortungsvollen Weise zu ermöglichen. In der Eingabe des AeCS/SMV schlagen wir eine generelle Ausnahme für den Bau und das Fliegen von ferngesteuerten Modellflugzeugen mit einem Startgewicht von weniger als 30 kg vor, wenn sie für Sport- und Freizeitzwecke gebaut und geflogen werden. Das Ergebnis dieses Ansatzes ist das Gleiche wie die von der EASA vorgeschlagene Regulierung auf nationaler Ebene, jedoch müssen wir nicht zuerst für jede Ausnahmeregelung Kämpfen. Im Weiteren enthält unser Gegenvorschlag folgende Anpassungen:

  • Vollständige Ausnahme für Fessel und Freiflugmodelle
  • Keine Altersgrenzen für Piloten
  • Keine Zulassungsvoraussetzungen für Modellflugzeuge.

Die national gestaltete Ausbildung von Modellflugpiloten und die Identifikation von Modellflugzeugen durch ein feuerbeständiges Identifikationsetikett können wir akzeptieren. Eine Minimalausbildung (z.B. in Form eines kurzen Online Lehrgangs) vermittelt die wirklich wichtigen Regeln und hilft somit sicherheitsrelevantes Fehlverhalten zu vermeiden. Der AeCS/SMV unterstützen die notwendige Regulierung für den sicheren Betrieb von Drohnen, sind aber gegen die Schaffung einer Situation, in der in jedem Mitgliedstaat Ausnahmen von strengen Regeln auf EU-Ebene erkämpft werden müssen. Dies im Besonderen weil es in der Schweiz bereits eine sehr gute und äusserst bewährte Regelung für den Betrieb von Modellflugzeugen gibt.


Fortlaufende Massnahmen

 

Der Vorstand des SMV analysiert laufend die aktuelle Situation und arbeitet an folgenden Massnahmen

  • SMV-Delegierte sind in den laufenden Meinungsbildungsprozess innerhalb der europäischen Modellflugorganisationen eingebunden. Der SMV ist Gründungsmitglied in der vor Kurzem gegründeten Organisation zur regulatorischen Interessenvertretung der Modellflieger in Europa, der European Model Flying Union EMFU. Der SMV ist in der EMFU durch den Leiter der AG Drohnen im SMV, Markus Dormann, als Delegierter im Vorstand vertreten.

  • In der Schweiz führen der SMV und der AeCS, vertreten durch den EAS Programme Manager René Meier, zu diesem Thema laufende Gespräche, dies auch unter Einbezug des BAZL und von skyguide. Resultierende Argumente werden unmittelbar zur Kenntnis der Expertengruppe gebracht.
  • Der SMV initiiert und unterstützt gleichlautende Vernehmlassungen ausländischer Modellflugorganisationen und des internationalen Dachverbandes FAI. 


Häufig gestellte Fragen

 
Im Zusammenhang mit der Übernahme des europäischen Rechtes via den gemischten Ausschuss CH-EU besteht die Möglichkeit, via einer Derogation oder Exemption gemäss Basic Regulation 216/2008 Artikel 14 Flexibilitäsbestimmungen, europopäisches Recht nicht zwingend übernehmen zu müssen. Allerdings sind die Anforderungen an eine Derogation/Exemption extrem anspruchsvoll und werden aus dem Erhalt der Sicherheit getrieben. Aus politischer Sicht ist das Verhindern der Übernahme dieser Regelung in der Schweiz schwierig.



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